im distance-learning stellen die Studierenden des Fachbereichs Information und Kommunikation ihr digitales Können unter Beweis.
Die Studentinnen im Fachbereich Information und Kommunikation – Angewandte Digitalisierung beweisen ihr didaktisches Können bei ihren Online-Lehrübungen in einer 3. Handelsschulklasse unserer Partnerschule.
Wir, die Studierenden des 8. Semesters aus dem Fachbereich Information und Kommunikation, beleuchteten im Rahmen des Modules „Projektmanagement“ ein aktuelles Thema: Wie die Bevölkerung mit den Maßnahmen im Zuge von COVID-19 umgeht. Dabei wurden einerseits theoretische Inhalte zum Thema Projektmanagement erlernt und andererseits dieses Wissen auch gleich praktisch umgesetzt.
Nach einem anfänglichen Brainstorming war sehr schnell klar, dass wir sowohl eine qualitative als auch eine quantitative Forschungsmethode verwenden wollten – namentlich Interviews und einen Fragebogen. Durch die Analyse der Interviews wurden Hypothesen aufgestellt und ein Fragebogen entwickelt, dessen Auswertung wiederum die Hypothesen beantworten sollte. Natürlich alles mit einem begleitenden Projekthandbuch. Die größte Herausforderung war, dass aufgrund der aktuellen Situation jegliche Meetings und die Arbeitsorganisation virtuell stattfanden. Mit ausgezeichneter Zusammenarbeit und Kommunikation sowie einer riesigen Portion Eigenverantwortung konnte diese Hürde aber gut gemeistert werden. Sehr hilfreich waren hier auch Tools wie Zoom oder Office 365 für ein effizientes, termingerechtes Teamwork.
Ein großes DANKESCHÖN richten wir an dieser Stelle auch an Frau Dipl.-Päd. Mag. Elisabeth Scherrer, MSc von der Tourismusschule Wassermanngasse, welche uns auf unserem Weg unterstützte und uns mit Rat und Tat sowohl als Vortragende als auch als Projektcoach zur Seite stand.
Für Interessierte möchten wir im Folgenden einen kurzen Einblick in die Ergebnisse des Fragebogens geben. Wir haben die, unserer Meinung nach, interessantesten Punkte herausgenommen und zusammengefasst:
Befragt wurden 100 Personen, ca. 75 % davon weiblich, ein Viertel männlich. Ungefähr die Hälfte der Teilnehmer*innen waren zwischen 20 und 30 Jahre alt, der Rest verteilte sich auf alle Altersgruppen bis 80 Jahre. Es freute uns außerdem sehr, dass wir Personen bis in ländliche Gebiete erreichen konnten. So hatten wir die Möglichkeit, mit einem begrenzen Sample ein doch sehr diverses Bild zeichnen zu können.
Demographische Daten der Teilnehmer*innen des Fragebogens
Besonders wichtig war uns, zu erfahren, wie die Teilnehmer*innen die Auswirkungen auf ihre körperliche und geistige Gesundheit einschätzten. Hier war besonders interessant, dass ca. zwei Drittel der Befragten angab, wenig oder gar keine negativen Auswirkungen auf die geistige Gesundheit zu verspüren, sich aber etwa die Hälfte der Befragten durch die Ausgangsbeschränkungen zumindest eher eingeengt fühlte. Zudem hatten viele der Befragten sorgen um die eigene Gesundheit bzw. die Gesundheit nahestehender Personen, die zeitliche Ungewissheit sowie Sorgen um die berufliche bzw. persönliche Zukunft. Auch bei der Frage nach der körperlichen Gesundheit gaben fast drei Viertel der Befragten an, keine oder nur wenige negative Auswirkungen zu verspüren. Hier gaben auch ca. zwei Drittel der Befragten an, dass sie sich nicht signifikant weniger viel oder oft bewegten (spazieren gehen, Sport machen, …), während die Maßnahmen vollumfänglich in Kraft waren.
Diagramme der Ergebnisse zur Befragung der geistigen und körperlichen Gesundheit
Außerdem stellten wir Fragen zur Freizeitgestaltung sowie zum Kommunikationsverhalten. Da sich fast alle Befragten vollkommen oder zumindest eher an die Ausgangsbeschränkungen hielten, gaben etwa drei Viertel der Befragten an, dass sich die Freizeitaktivität zumindest etwas verringerte, die Personen allerdings gar keine bzw. wenig Schwierigkeiten hatten, sich sinnvoll zu beschäftigen. Diese Verlagerung führte auch dazu, dass 80 % der Befragten angaben, mehr digitale Kommunikationsmittel zu verwenden und sich die Art der Kommunikation bei über der Hälfte der Befragten dahingehend änderte, dass diese weniger persönlich bzw. face-to-face wurden.
Diagramme der Ergebnisse zur Befragung der Freizeitaktivität und des Kommunikationsverhaltens
Wir bedanken uns hier nochmals bei allen Beteiligten, die dieses Projekt möglich gemacht haben!
Studierende der Vollzeitstudiengänge Mode und Design, des Fachbereichs Ernährung und des Fachbereichs Information und Kommunikation zeigen einige Beispiele des distance learning in der Zeit, wo sie nicht die Hochschule betreten dürfen.
Bildquelle: Brigitte Mutz ON Canvas
Lehren und Lernen mit Tablets im Fachbereich Mode und Design
Bericht einer Studierenden des 8. Semesters BAC Studium des Fachbereichs Mode und Design am Institut Berufsbildung:
In der Lehrveranstaltung „Fachdidaktische Innovation“ hatten die Studierenden die Möglichkeit, Lernszenarien digital zu entwickeln, sie zu erproben und zu evaluieren. Ziel des Seminars war es, das Thema Digitalisierung und innovative Formen des Lernens in den Unterricht miteinzubeziehen.
In Rücksprache mit den Praxislehrer*innender Partnerschulen wurde der Unterricht zu einem fachspezifischen Thema digital und innovativ aufbereitet und im Teamteaching abgehalten.
Es war den Studierenden möglich, digitale Kompetenzen und soziale Kompetenzen zu stärken – durch den Einsatz digitaler Medien konnte die Motivation der Schüler*innen nachhaltig gesteigert werden.
Verschiedene Möglichkeit an Kommunikationswegen wurden erprobt – sie werden auch zukünftig im Unterricht Einsatz finden.
Kochen im distance learning
Wenn die Küchen an der Pädagogischen Hochschule Wien geschlossen bleiben müssen, dann kochen die Studierenden des Fachbereichs Ernährung im distance learning zu Hause.
Die Studierenden hatten den Arbeitsauftrag Lebensmittel, die zu Hause sowieso verarbeitet werden müssen, zu selbst kreierten Menüs zusammen zu stellen. Danach werden diese Menüs dokumentiert durch Foto- oder Videosequenzen in PHoodle hochgeladen.
Dadurch entstehen neue kreative Gerichte und fantasievolle Kreationen
Beispiel einer Fotodokumentation einer Studierenden des 2. Semesters
Bildquelle BY Anna Fleischhacker bearbeitet Brigitte Mutz
🍽️ das was die Vorratskammer hergibt 🍽️ neue Gerichte entstehen 🍽️ stay at home 🍽️ nachhaltig kochen
Fachbereich Information und Kommunikation
Bildquelle BY Elisabeth Di Giusto bearbeitet Brigitte Mutz
Wie kann das Thema „Relationale Datenbanken“ in Zeiten des Corona Alltags online gelehrt und gelernt werden?
💻Kein Problem für die Studentinnen des Fachbereichs „Information und Kommunikation“, die engagiert und aktiv an den Webinaren teilnehmen und äußerst routiniert mit dieser Form des Unterrichts umgehen.
💡 Das ist exemplarische „Angewandte Digitalisierung“ – aktuellen und zukünftigen Trends folgend …
Unsere virtuellen Türen stehen Interessierten weit offen. Damit Sie sich auch aktuell über die Studiengänge des Instituts für Berufsbildung (IBB) der PH Wien informieren können, bieten wir Ihnen am Montag, den 8. Juni 2020, um 15:00 Uhr, die Möglichkeit zur Online-Beratung.
Gedankensplitter zu einer zeitgemäßen Wandlung von Pädagogik 1.0 zu Pädagogik 3.0. Innerhalb von wenigen Tagen wird an der Pädagogischen Hochschule Wien die Präsenzlehre auf Fernlehre umgestellt.
13. März 2020, Pressekonferenz um 11:00 Uhr: Das Ministerium gibt für Hochschulen, Universitäten und Forschungsinstitutionen Folgendes bekannt:
Im Laufe des Zeitraums zwischen 9. März und 16. März haben nun alle Universitäten und Hochschulen ihren Lehrbetrieb auf virtuelle Lehre / distance learning / home learning umgestellt. Die Prüfungen finden derzeit online statt oder unter Einhaltung der hygienischen Verhaltensregeln, soweit dies aufgrund der örtlichen Situation vertretbar ist, oder werden verschoben. Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen ersucht das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung um größtmögliche Kulanz den Studierenden gegenüber.
Von einem Tag auf den anderen Tag wurden die Präsenzeinheiten auf Fernlehre umgestellt. Begriffe wie „virtuelle Lehre / distance learning / home learning“ klingen sehr modern und sehr sexy. Ist Digi.kompP über Nacht wahr geworden?
digi.kompP beschreibt Kompetenzen in sogenannten Can-Do-Statements in den acht Bereichen A bis H, welche Studierende vor (0) und während (1) des Lehramtstudiums und neu in den Dienst tretende Pädagoginnen und Pädagogen im Rahmen der ersten fünf Praxisjahre (2) erwerben sollen.
Die Studierenden durften nicht mehr während ihrer dreiwöchigen Schulpraxis (= Professionalisierungspraktikum) die geplanten Unterrichtseinheiten umsetzen, obwohl die Schüler*innen an den BMHS „noch“ bis zum Ende der Woche Unterricht hatten.
Viele Pädagoginnen und Pädagogen mussten quasi über Nacht ihren kompletten Unterricht umstellen und reorganisieren. Die Studierenden durften in der Lehrküche und in der Betriebsküche nicht mehr an den Übungen teilnehmen, sie durften auch keine Seminare und Vorlesungen mehr besuchen. Der Betrieb wurde eingestellt und die Hochschule wurde bis auf Weiteres geschlossen.
Eine Herausforderung für alle Pädagoginnen und Pädagogen, aber auch eine Chance, eine sehr kreative Chance. Neben außerberuflichen Kriterien kommen noch andere Kriterien unbewusst hinzu, wie Angst vor dem Unbekannten, den familiären Situationen, den sozialen Kontakte, der Betreuung von Familienmitgliedern, Risikogruppen und den gesetzlichen Maßnahmen der Regierung um das Corona Virus (COVID-19).
Bildquelle: Jcomp, freepik
Fragen über Fragen!
Die Vortragenden und Pädagoginnen und Pädagogen stellen sich derzeit sehr viele Fragen: Wie plane ich meine Lehrveranstaltung um? Wie muss ich die Beurteilung verändern? Wie kann ich mit den Studierenden kommunizieren? Wie kann ich die Interaktionen zwischen den Studierenden fördern? Wie gestalte ich die fachpraktischen Lehrveranstaltungen mediendidaktisch um? Ist jedes Unterrichtsfach für Fernlehre geeignet?
nach Hilbert Meyer (2004) und nach Andreas Helmke (2007)
Zur Wiederholung hier sind sie aufgelistet:
KRITERIEN NACH
HILBERT MEYER
Klare Strukturierung des Unterrichts
Hoher Anteil echter Lernzeit
Lernförderliches Klima
Inhaltliche Klarheit
Sinn stiftendes Kommunizieren
Methodenvielfalt
Individuelles Fördern
Intelligentes Üben
Transparente Leistungserwartungen
Vorbereitete Umgebung
KRITERIEN NACH
ANDREAS HELMKE
Strukturiertheit und Klarheit
Effiziente Klassenführung und
Zeitnutzung
Lernförderliches Unterrichtsklima
Ziel- und Kompetenzorientierung
Schülerorientierung, Unterstützung
Methodenvariation
Aktivierung: selbstständiges Lernen
Sicherung, intelligentes Üben
Vielfältige Motivierung
Passung der heterogenen Lernvoraussetzungen
Diese Kriterien wurden ausgerichtet und definiert nach einem Unterricht in der Klasse bzw. Seminarraum in der Schule bzw. an der Hochschule, der Universität oder an der Fachhochschule. Doch sind diese einzelnen Punkte nicht auch in Hinblick auf die neuen Schlagworte wie „virtuelle Lehre / distance learning / home learning“ umsetzbar?
JA, das ist möglich! Aber auch über Nacht? – Das ist eine große Herausforderung!!!
Schritt für Schritt – step by step
Bildquelle: step by step, freepik
Kritische Aspekte und Umsetzungsmöglichkeiten habe ich in Olaf-Axel Burow „Die digitale Dividende“ (2014) gefunden.
Eine positive Pädagogik kann eine Chance sein, wenn der Blick auf die Chancen statt auf die Begrenzung fokussiert ist, sowohl im Kollegium als auch mit Studierenden. Lernende haben viel Potential und Kreativität. Sie könnten es durch Entwicklungstagebücher und/ oder Zukunftswerkstätten umsetzen. Das Miteinander ist wichtig, nicht das Gegeneinander.
Statt digitaler Demenz für alle, soll die digitale Dividende genutzt werden. Dieser Punkt schrieb über Nacht Geschichte! Wie kann ich mit Hilfe des Internets die digitale Dividende in meinem Bereich nutzen, um die Arbeit mit Studierenden, aber auch mit Kolleg*innen zu optimieren und zu erleichtern? Was zwar jetzt noch schwer fällt, wird teilweise miteinander erlernt.
Bildquelle: Galerie Brigitte Mutz
Das erste ZOOM Meeting ist noch fremd, sowohl für Studierende als auch für Lehrende. Doch jeder ist dankbar für Tipps und Erfahrungen bei neuen Anwendungen und Tools, die jetzt genutzt werden sollen.
Digitale Schulungen werden so oft genutzt wie bisher noch nie (Moodle-Schulung, ZOOM-Schulung, Mahara, Erstellen von Lernvideos etc.), andere Plattformen werden angewendet wie trello, slack, skype, teams etc., die Nutzung von Wissensportalen und speziellen Foren wird verstärkt besucht, mit neuen Methoden wird experimentiert und sie werden angewendet (Beispiel aus der Fachpraxis: Studierende kochen zu Hause mit Zutaten, die zu Hause verfügbar sind; sie kochen neue Kreationen, dabei müssen sie neu Rezeptieren und Videos und eine Dokumentation erstellen). Statt Nachlernen alter Lösungen ist die Initiierung kreativer Felder und Förderung kollektiver Kreativität gefordert .
Bildquelle: Screenshots diverser Plattformen
Die Regelung nach bestimmten Lernzeiten ist in den letzten Wochen aufgehoben. Statt Normierung und Verplanung heißt es jetzt Lernen in Freiheit. Die Studierenden lernen ortsunabhängig und zeitunabhängig. Es gibt einige Zeiten, wo ZOOM-Konferenzen stattfinden, sonst haben sie Arbeitsaufträge über einen bestimmten Zeitraum zu erfüllen und die Abgaben werden langfristig geplant .
Unterstützung müssen die Studierenden in dieser Zeit erhalten – durch virtuelle Sprechstunden, Synergieteams unter den Studierenden werden gebildet. Man sollte im Vorfeld digitale Tools vorgestellt haben und als Unterstützung anbieten. Im Sinne metakognitiven Lernens führen Kategorien der Selbstbestimmungstheorien (Selbstbestimmung, Perfektionierung, Sinn bzw. Zugehörigkeit) zu einem besseren Lernerfolg .
Statt Entwerten – Wertschöpfung durch Wertschätzung
Auf gute Beziehung und Wertschätzung kommt es an. Lernen hat etwas mit Beziehung zu tun. Ich kann nicht Lernen, wenn die Beziehung zur/zum Dozierenden nicht gegeben ist. Empathie ist notwendig, sowohl in der Schulpraxis als auch im fachpraktischen Unterricht .
Das Geheimnis des Erfolgs ist die Wertschätzung von Beziehungen und des Lernens in Beziehungen.
Bildquelle: Wertschätzung, kuprevich, freepik
Für mich sind besonders folgende Aspekte einer zeitgemäßen Bildung wichtig:
Empathie,
gute inhaltliche Vorbereitung angepasst an meine Zielgruppe (Moodle-Kurse werden erst freigeschaltet, wenn Termine und Inhalte angepasst wurden),
Förderung und Forderung,
authentisch sein,
nichts verlangen, was ich nicht selbst einhalten kann,
Großes Lob an die Studierenden und Lehrenden der PH Wien
Es gilt sich fortzubilden in den persönlichen Netzwerken und am Puls der Zeit zu bleiben. Das, was in den letzten Tagen und Wochen an Innovation und Flexibilität von den Lernenden und Lehrenden gezeigt wurde, ist vorbildlich und hat etwas mit zeitgemäßer Bildung zu tun. In diesem Sinne:
Ein großes Dankeschön an alle, die solche Vorbilder sind!
Literatur:
Burow, O. (2014). Digitale Dividende Ein pädagogisches Update für mehr Lernfreude und Kreativität in der Schule. Weinheim: Beltz (abgerufen am 27.03.2020)
Helmke, A. (2007). Merkmale der Unterrichtsqualität Friedrich Jahresheft 2007, S. 64: (abgerufen am 27.03.2020)